Ein leer zurückfahrender Ladungsträger verursacht Kosten, ohne Wertschöpfung zu transportieren. Besonders kritisch wird das, wenn mehrere Bauteiltypen mit unterschiedlichen Konturen, Gewichten und Entnahmerichtungen zwischen Lieferant, Logistikdienstleister und Montagewerk laufen. Der Satz „Koppelturm spart Logistikkosten“ beschreibt deshalb keinen allgemeinen Werbeeffekt, sondern eine konkrete Aufgabe aus der Serienlogistik: Mehr Bauteile sicher pro Transport bewegen und das Leergutvolumen deutlich reduzieren.
Der Schmerzpunkt: Acht Typen, hoher Leergutanteil
Im vorliegenden Praxisfall mussten acht verschiedene Bauteiltypen in einem wiederkehrenden Kreislauf transportiert werden. Die bisherige Lösung erforderte mehrere einzelne Ladungsträger. Das führte zu geringer Auslastung auf dem Hinweg, vielen Stellplätzen im Lager und einem hohen Rücktransportvolumen.
Für den Einkauf und die Logistikleitung entstehen daraus Kosten an mehreren Stellen. Fracht wird nach Ladefläche, Volumen, Gewicht und Tourenstruktur kalkuliert. Zusätzlich beanspruchen nicht koppelbare Gestelle Zeit bei Bereitstellung, Be- und Entladung sowie Leergutverwaltung. In der Praxis kommen Risiken hinzu: Werden verschiedene Typen ohne definierte Aufnahmeflächen transportiert, können Bauteile aneinanderstoßen, verrutschen oder beim Entnehmen beschädigt werden.
Gerade in Automotive- und Maschinenbauprozessen reicht es nicht, einen Träger nur auf maximale Packdichte auszulegen. Er muss zur Taktung am Band passen, die Bauteile zugänglich halten und unter realen Transportbedingungen funktionieren. Eine hohe theoretische Kapazität nützt wenig, wenn die Entnahme unergonomisch ist, das Stapeln instabil wird oder der Rücklauf zu komplex bleibt.
Koppelturm spart Logistikkosten im Praxisfall
Die Aufgabenstellung lautete daher, acht Typen in einem modularen System abzubilden. Statt acht voneinander getrennten Einzelgestellen wurde ein Koppelturm konstruiert. Die einzelnen Ebenen und Aufnahmen sind auf die jeweiligen Bauteilgeometrien abgestimmt, lassen sich jedoch zu einer definierten Transporteinheit koppeln.
Entscheidend war nicht allein die Anzahl der aufgenommenen Teile. Die Konstruktion musste die Lasten sicher verteilen, Kippmomente berücksichtigen und die Behälter im Transport formschlüssig zusammenhalten. Gleichzeitig sollte der Turm im Leerzustand wenig Volumen beanspruchen und mit den vorhandenen Abläufen beim Kunden kompatibel bleiben.
PEKAHIT beginnt solche Projekte nicht mit einem Standardgestell, das nachträglich angepasst wird. Wir konstruieren auf Basis der Bauteildaten, der Kundenzeichnung und der tatsächlichen Prozessanforderungen. CAD-Konstruktion, Prototyp und Probebeladung bilden dabei eine zusammenhängende Prüfung. Erst wenn Aufnahme, Sicherung, Stapelbarkeit und Handhabung praktisch bewertet sind, ist die Konstruktion für die Serie belastbar.
Bei diesem Koppelturm wurden für jeden Typ definierte Kontakt- und Anlagepunkte vorgesehen. Sie sichern die Lage des Bauteils und vermeiden Beschädigungen durch Reibung oder unkontrollierte Bewegung. Wo empfindliche Oberflächen oder enge Toleranzbereiche es verlangen, müssen Auflagewerkstoffe und Toleranzketten bereits in der Konstruktion berücksichtigt werden. Eine nachträglich aufgebrachte Polsterung löst die Ursache meist nicht, wenn die Bauteillage selbst nicht eindeutig definiert ist.
Die Sicherung wurde passend zur vorgesehenen Transportkette ausgelegt. Je nach Transportweg, Fahrzeugart und Beschleunigungsszenario sind die Anforderungen unterschiedlich. Für die Ladungssicherung sind die Grundsätze der VDI 2700 relevant. Bei exportierten Systemen können zusätzlich Verpackungs- und Kennzeichnungsanforderungen eine Rolle spielen. Ein Koppelturm ist damit nicht nur ein Gestell, sondern ein Ladungsträger, der Schnittstellen zwischen Fertigung, Versand, Lager und Montage verbindlich ordnet.
Warum die Probebeladung den Unterschied macht
Die Probebeladung zeigt, ob eine CAD-Lösung in der Realität funktioniert. Dabei wird geprüft, ob das Bauteil ohne Zwang in die Aufnahme gelangt, ob es seine definierte Lage einnimmt und ob die Entnahme mit den vorgesehenen Greifmitteln möglich bleibt. Auch die Reihenfolge beim Koppeln und Entkoppeln gehört auf den Prüfstand.
Das ist besonders relevant, wenn mehrere Werke, externe Speditionen oder wechselnde Schichten beteiligt sind. Eine Konstruktion darf nicht davon abhängen, dass ausschließlich erfahrene Mitarbeitende sie bedienen. Klare Anschläge, sichtbare Verriegelungspunkte und eine nachvollziehbare Zuordnung der Typen reduzieren Fehlbedienungen im täglichen Umlauf.
Bei komplexen Geometrien kann der erste Prototyp Anpassungen erfordern. Das ist kein Mangel des Prozesses, sondern sein Nutzen. Kleine Änderungen an Aufnahmebügeln, Anschlägen oder Verriegelungen sind vor der Serienfreigabe deutlich besser beherrschbar als nach dem Start eines JIT-Kreislaufs.
Das Ergebnis: Weniger Transporte, keine Transportschäden
Im Praxisfall konnte der Koppelturm acht Bauteiltypen in einem abgestimmten System zusammenführen. Das reduzierte den Aufwand für Bereitstellung und Rücklauf erheblich. Die dokumentierte Einsparung bei den Logistikkosten lag bei über 80 Prozent. Gleichzeitig wurden 0 Transportschäden erreicht.
Diese Zahl entsteht nicht allein durch ein dichteres Packmuster. Sie beruht auf dem Zusammenspiel aus reduzierter Anzahl von Transporteinheiten, geringerem Leergutvolumen, klaren Umschlagprozessen und bauteilgerecht definierten Aufnahmen. Werden nur die Frachtkosten betrachtet, bleibt ein Teil des Nutzens unsichtbar. Auch weniger interne Transporte, weniger Suchaufwand und weniger Nacharbeit nach Beschädigungen beeinflussen die Gesamtkosten pro Umlauf.
Ob ein Koppelturm für jedes Projekt die richtige Lösung ist, hängt von mehreren Faktoren ab. Bei sehr geringen Stückzahlen oder selten wechselnden Einzelteilen kann ein einfacher Spezialladungsträger wirtschaftlicher sein. Bei hoher Variantenvielfalt, regelmäßigen Rückläufen und engen Flächenverhältnissen zeigt ein koppelbares System dagegen oft seinen Vorteil. Voraussetzung ist, dass Varianten, Umlaufmengen, Behälterbewegungen und der verfügbare Laderaum zu Beginn sauber erfasst werden.
Für Einkäufer lohnt es sich, die Anfrage deshalb nicht nur mit Bauteilmaßen zu beschreiben. Hilfreich sind Angaben zu Stückzahlen je Abruf, Gewichten, Transportweg, Leergebinde-Rücklauf, Stapelhöhen, Umschlagpunkten und der gewünschten JIT-Versorgung. Je genauer diese Rahmenbedingungen vorliegen, desto zielgerichteter lässt sich ein Sonderladungsträger auslegen.
Als Schweißfachbetrieb nach DIN EN ISO 3834 verbinden wir die konstruktive Auslegung mit einer fertigungsgerechten Umsetzung. Bei Bedarf kann die Lösung von der Konstruktion nach Kundenzeichnung über den Prototyp bis zur JIT-Serienlieferung begleitet werden. Das schafft klare Verantwortlichkeiten, gerade wenn Konstruktion, Fertigung und Logistik auf Kundenseite getrennt organisiert sind.
Der wirtschaftliche Maßstab bleibt am Ende einfach: Ein Ladungsträger muss die erforderliche Menge sicher transportieren, sich ohne Zusatzaufwand in den Prozess einfügen und im Kreislauf dauerhaft funktionieren. Die Referenz dieses Koppelturms lautet: acht Typen auf einem System, über 80 Prozent geringere Logistikkosten und 0 Transportschäden.
Haben Sie ähnliche Anforderungen? Jetzt unverbindlich anfragen: 08265 226752.
